„Ein Glücksfall für Schule und Stadtteil“ – Zur Pensionierung von Ohmoor-Schulleiter Detlef Erdmann

Mit einer sehr bewegenden Feier wurde heute der langjährige Schulleiter des Gymnasiums Ohmoor – Detlef Erdmann – in den Ruhestand verabschiedet. Neben Schulsenator Ties Rabe ließen es sich auch viele Weggefährten – befreundete SchulleiterInnen, Mitglieder des Kollegiums sowie Schülerinnen und Schüler – nicht nehmen, in ihren Beiträgen herauszustellen, was die Schule ihrem Schulleiter zu verdanken hat und welch‘ tolle Entwicklung das Ohmoor in den letzten rund 17 Jahren unter Detlef Erdmann genommen hat.

Viel Lob und Anerkennung gab es in einer launigen Rede von Schulsenator Ties Rabe für Erdmanns Verdienste

 

Bereits am Vormittag hatte es tolle Aktionen der Schule zur Verabschiedung ihres Schulleiters gegeben. Mit einem amerikanischen Schulbus war Erdamnn von zu Hause abgeholt und nach mehreren Stationen bis in die Nähe der Schule gefahren worden. Dort erwartete ihn ein Spalier aus über 1.000 Schülerinnen und Schülern, die ihm einen Empfang bereiteten, den er sicherlich nicht vergessen dürfte.

Mit Detlef Erdmann bin ich auch selbst auf dreifache Weise verbunden – als früherer Ohmoor-Schüler, in der politischen Begleitung der Schule und durch die Arbeit im Jugendforum Niendorf.

Die Schule – damals noch ohne Detlef Erdmann in leitender Funktion – hat mich und viele meiner Mitschülerinnen und Mitschüler maßgeblich geprägt. Neben der reinen Wissens- und Kompetenzvermittlung wurde am Ohmoor auch immer gesellschaftliches und politisches Engagement gefördert. Junge Menschen dabei zu unterstützen, sich Meinungen zu bilden, sich kritisch mit Gegebenheiten auseinanderzusetzen, ihnen Mut zu machen, sich einzubringen – all‘ das wurde auch unter Detlef Erdmann als Schulleiter den Schülerinnen und Schülern weiter mitgegeben. Bei vielen Diskussionen, die ich mit Ohmoor-Schülerinnen und Schülern in den letzten Jahren führen durfte, war ich immer beeindruckt davon, wie informiert, reflektiert und gut argumentierend sich die Schülerinnen und Schüler einbrachten. Ob beispielsweise bei den jährlichen Rathausbesuchen der 10. Klassen, dem „Partizipia-Beteiligungsprojekt“, beim Pilotprojekt „Dialog P“ oder bei Themen-Kongressen wie jüngst zum Thema „Digitalisierung“. Auch die vielen Auszeichnungen für Ohmoor-Schülerinnen und Schüler zeugen davon, dass die Schule besonders stark darin ist, die Talente ihrer Schülerinnen und Schüler zu erkennen und zu fördern.

Bei der 40-Jahr-Feier am Ohmoor im Jahr 2010 konnten wir bei der Festveranstaltung hören und noch einmal miterleben, wie positiv sich die Schule in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Das hat aus meiner Sicht auch damit viel zu tun, dass hier Schulleiterinnen und -leiter diese Funktion immer mit viel Hingabe und über lange Zeiträume ausgefüllt haben.

Auch als langjähriger Kommunalpolitiker und nun als Wahlkreisabgeordneter in der Bürgerschaft hatten wir regelmäßig mit der Schule zu tun und haben immer wieder versucht, die Schule bei ihren Vorhaben zu unterstützen. Die Liste der Themen, über die wir an der Schule mit Detlef Erdmann diskutiert haben, ist lang: Die Umgestaltung des Sachsenweges im Zuge des Baus der neuen Sporthalle, die Container-Neuaufstellung, die Zukunft des Schullandheimes, die neue Aula, der Kantinen-Neubau, die Kooperationen zwischen Schule und Stadtteil-Einrichtungen oder die lokalen und bezirklichen Bildungskonferenzen.

Die Musik kam natürlich von der GO-Schülerband. Auf Wunsch des Schulleiters wurde „I will survive“ von Gloria Gaynor gespielt und hervorragend gesungen. Im „Hintergrund“ der junge Detlef Erdmann

Detlef Erdmann ist aber nicht „nur“ ein viel beschäftigter Schulleiter, sondern darüber hinaus auch in anderen Funktionen für den Stadtteil engagiert. Wir alle wissen, dass dies angesichts der großen beruflichen und zeitlichen Verpflichtungen nicht selbstverständlich ist.

Detlef Erdmann schaute bei seiner Rede auf die vielen Stationen seines Berufslebens zurück 

Umso dankbarer können wir sein, dass Detlef Erdmann seit vielen Jahren bei uns im Vorstand des Jugendforums Niendorf mitarbeitet. Seit über 25 Jahren gibt es das Jugendforum mittlerweile im Stadtteil und wir konnten – gerade in den letzten Jahren – dank der Unterstützung aus Spenden und Mitgliedbeiträgen viele Projekte für Jugendliche aus Niendorf fördern.

Nicht selten ging es dabei um Schulprojekte wie Schülerzeitungen, Bandfestivals oder Film- und Kulturprojekte. Aber auch die präventive Jugendarbeit, sozialpädagogische Freizeitangebote oder Jugendliche, die sich die Vertiefung ihrer Talente „von Haus aus“ nicht leisten können, werden vom Jugendforum unterstützt.

Einen Mitstreiter wie Detlef Erdmann dabei im Vorstand zu haben, ist ein großes Geschenk, da er „sein Ohr“ immer nah am Stadtteil und bei den Jugendlichen hat.

Für die Schule, den Stadtteil und das Jugendforum war und ist Detlef Erdmann ein Glücksfall und wir freuen uns auf die weitere Arbeit mit ihm.

Seine Rede beendete der Shakespeare-Fan passenderweise mit dem Titel eines Stückes des englischen Dramatikers: „All’s well that ends well“ – Ende gut, alles gut!