„Niendorf gemeinsam gestalten“ – Erste Ergebnisse

Im Mai hatten wir zu unserer World-Café-Veranstaltung „Niendorf gemeinsam gestalten“ ins Gemeindehaus am Quedlinburger Weg eingeladen und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Ideen zur weiteren Entwicklung des Stadtteil diskutiert (hier Bericht und Ergebnisse).

Im Nachgang haben wir nun auf allen Ebenen weiter an den Themen gearbeitet und auch an dieser Stelle will ich über die aktuellen Sachstände zu den einzelnen Themenfeldern berichten:

Wohnen

Die SPD-Bezirksfraktion hat einen Antrag zum Thema Innovative Nutzungsmischungen zwischen Wohnen und Gewerbe ermöglichen eingebracht. Mit diesem Antrag wird einer der zentralen Punkte aus unseren Diskussionen zum Thema „Wohnen in Niendorf“ aufgegriffen. Der Antrag wird jetzt in den bezirklichen Gremien weiter behandelt.

Hinsichtlich des Themas „Genossenschaftlicher Wohnungsbau“ haben wir uns mit der SPD Niendorf unter anderem am 4. Juni mit Vertretern der Fluwog getroffen und uns über die Aktivitäten der Genossenschaft im Stadtteil ausgetauscht. Rund 1.000 Wohnungen hat die Fluwog in Niendorf am Vielohweg und zwischen Quedlinburger Weg/Paul-Sorge-Straße und hat hier viele vorbildliche Projekte in den Feldern Gebäudedämmung, barrierefreies Wohnen, Beteiligung der Mitglieder oder Angebote für Senioren umgesetzt. Weitere Service-Wohnungen sollen demnächst am Vielohweg realisiert werden.

Umwelt

Im Niendorfer Gehege werden auf Grundlage politischer Beschlüsse Maßnahmen zum Schutz und Weiterentwicklung des Waldes umgesetzt, so die Renaturierungsmaßnahmen am Lokstedter Holt durch Abrisse der Baracken und des Heizungshauses oder die Verbesserung der Wege. Auf Beschluss der Koalition in der Bürgerschaft wurden die sog. Tronc-Mittel für die Errichtung einer Aussichtsplattform mit Trockenmauer am Wildgehege sowie weitere attraktive Spielmöglichkeiten auf dem Gehege-Spielplatz bereitgestellt. Die Aussichtsplattform soll in den kommenden Wochen eröffnet werden. Mitte Mai wurde zudem der Startschuss zur Sanierung der Mutzenbecher Villa gegeben.

Versorgung

Für die Tibarg-Mitte läuft der Bebauungsplan „Niendorf 92“, mit dem die Voraussetzungen zur Weiterentwicklung des Zentrums geschaffen werden sollen. Die auch auf unserer Veranstaltung noch einmal vorgetragenen Wünsche hinsichtlich der Planungen wurden von der SPD-Bezirksfraktion in einer „Großen Anfrage“ an die Verwaltung aufgegriffen.

Abgefragt wurden folgende Punkte:

  • Möglichkeit, den Wohnanteil zu erhöhen > Dies sei aus Sicht der Verwaltung aufgrund der geltenden Rechtslage derzeit nicht möglich.
  • Prüfung spezieller Wohnkonzepte, u.a. Wohnen für Studierende/ Azubis > Es wird geprüft, dies in die Ausschreibung mit aufzunehmen.
  • Die Forderung nach einer öffentlichen Toilette soll in die Ausschreibung aufgenommen werden.
  • Das Thema Barrierefreiheit wird im Rahmen der Ausführungsplanung der Marktfläche berücksichtigt.
  • Zusätzliche Fahrradstellplätze sollen vorgesehen werden
  • Die Wochenmarkt-Fläche bleibt in bisheriger Form erhalten
  • Das Bezirksamt sieht derzeit für weitere soziale Angebote keine Notwendigkeit und verweist auf vorhandene Angebote.
  • Eine Optimierung der Grün- und Aufenthaltsflächen könnte im Rahmen der Ausführungsplanung erfolgen.

Ein großes Thema bei unserer Veranstaltung war die Situation in Niendorf-Ost.

Dazu hat es seitens der SPD-Bezirksfraktion eine Große Anfrage zur Versorgungssituation gegeben.

Versorgungssituation

Abgefragt wurde

  • die Entwicklung der BewohnerInnen-Zahl in dem Gebiet > 2007: 4.718 Menschen/ 2016: 4.789 Menschen;
  • die Entwicklung der Altersstruktur der BewohnerInnen in dem Gebiet: siehe „Anlage 2“, u.a. hat es in den letzten 10 Jahren einen Anstieg der über 80-jährigen von 155 Personen in dem Gebiet gegeben; der Anteil der über 65-jährigen ist dagegen leicht zurückgegangen;
  • auch das Bezirksamt stellt fest, dass es in Niendorfer Randbereichen sog. „Ausstattungsdefizite in der Nahversorgung“ gibt; dies betrifft den Bereich Niendorf-Ost und den Südwesten Niendorfs;
  • im Nordosten Niendorfs sind allerdings die „absatzwirtschaftlichen Räume“ so klein, dass stadtplanerisch kein Handlungsbedarf gegeben sei; planungsrechtlich sei die Ansiedlung eines Marktes am Teutonenweg möglich, kann aber in einem Gebiet mit geringem Absatzmarkt nicht erzwungen werden; vielmehr sollten daher die Angebote in den zentralen Versorgungsbereichen sowie Lieferdienste gestärkt werden

Anbindung

Die Fachbehörde wurde gebeten, uns darzulegen, welche Möglichkeiten sie sieht, Klein-Busse oder HVV-Modelle wie das Anruf-Sammel-Taxi (AST) und das Anruf-Sammel-Mobil (ASM) im Bergedorfer Raum auch in Niendorf-Ost (Bereich zwischen Garstedter Weg und Flughafen, Burgunderweg/Hasenheide und Swebenweg) einzuführen. Über die Antworten werden wir dann informieren.

Sozialer Zusammenhalt

In der alten Schule am Tibarg 34 wurde Niendorfs Begegnungszentrum eröffnet und ein Ort geschaffen, an dem sich alte und neue Niendorfer kennenlernen, begegnen und austauschen können. Ehrenamtliche der Initiative „Wir für Niendorf“ (WfN) sowie Einrichtungen wie das Niendorfer Haus der Jugend oder First Contact machen hier bereits seit einigen Monaten Angebote. Wir konnten für die Einrichtung und den befristeten Betrieb (bis Ende 2018) über die Bürgerschaft 198.000 Euro bereitstellen und somit die örtlichen Integrationsbemühungen der Initiative „Wir für Niendorf“ sowie des Bezirkes maßgeblich unterstützen.

Wir werden an den Themen weiter arbeiten und wollen uns dann im kommenden Jahr bei einem weiteren Workshop über die Entwicklung/ Sachstände austauschen.

Kommen Sie bis dahin immer gerne auf uns zu, wenn Sie mit uns die Diskussion über die vielen Themen vertiefen wollen oder wenn Sie weitere Themen/ Fragen haben, die wir aufgreifen sollen.