„Was passiert in unseren Stadtteilen?“ Bericht von der Wahlkreis-Radtour

Obwohl Gewitter und schwere Regenfälle angekündigt waren, kamen rund 20 unerschrockene Radlerinnen und Radler am 13. Juni zu meiner jährlichen Radtour. Und sie wurden belohnt: Denn während der rund 2 1/2–stündigen Tour durch Niendorf und Lokstedt sollte es sonnig und trocken bleiben.

Auf der Strecke bot sich an vielen Stationen die Gelegenheit „aus erster Hand“ Wissenswertes zur Entwicklung von Projekten und Einrichtungen aus unserem Wahlkreis zu erfahren.

WK-Radtour

Niendorf-Nord

Zu Beginn wurde in Niendorf-Nord die aktuelle Situation zur Standortaufwertung vorgestellt. Das unter Bürgerbeteiligung erarbeitete Gesamtkonzept konnte hier leider nicht umgesetzt werden, da nicht mit allen Eigentümern und Eigentümergemeinschaften Einigungen über eine Beteiligung erzielt werden konnte. Politik und Stadtteilbeirat bemühen sich nun darum, Einzelmaßnahmen aus dem Gesamtkonzept umzusetzen, bspw. die Verbesserung der Wegebeziehungen, neue Bänke, durchgängige Barrierefreiheit oder die Aufwertung der Grünflächen.

Seit April gibt es einen neuen Wochenmarkt vor Ort (dienstags ab 14.30 Uhr) – auch ein Wunsch vieler BürgerInnen aus dem Beteiligungsverfahren. In diesem Jahr soll zudem in Niendorf-Nord – wie auch am Tibarg – eine neue StadtRad-Station eingerichtet werden.

Haus der Jugend Niendorf

Nächster Halt war das Haus der Jugend Niendorf im Vielohweg. Die Einrichtung feierte 2013 ihr 40-jähriges Jubiläum. Bei einer Begehung des Hauses berichtete Judith Schemmel, stellv. Einrichtungsleiterin, den TeilnehmerInnen über die Arbeit im HdJ, die Angebote und die enge Kooperation mit der Stadtteilschule Niendorf. Erfreuliche Nachricht: Die Nachfolge des langjährigen HdJ-Leiters Hannes Lübbermann ist geregelt. Zum 1. Juli ist die Stelle neu besetzt.

HdJ

Das HdJ Niendorf

Stadtteilschule Niendorf

Im Anschluss wurde dann die Stadtteilschule „angesteuert“. An den Standorten Paul-Sorge-Straße und Sachsenweg (Oberstufe) werden mittlerweile rund 1.100 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Schule ist mehrfach als Umweltschule ausgezeichnet und als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ zertifiziert. Nils Harringa, Vorsitzender des bezirklichen Bildungsausschusses, ging hier u.a. auf die besonderen Herausforderungen und Probleme beim Thema Inklusion ein, mit denen sich die Stadtteilschulen konfrontiert sehen.

An der Schule werden am Standort Paul-Sorge-Strasse derzeit umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahme durchgeführt. Unter anderem wird das “H“-förmigen Gebäude abgerissen und durch einen Neubau mit Atrium ersetzt. Die Außenanlage wird neugestaltet und alle Schulbereiche werden barrierefrei erschlossen. Über 22 Millionen Euro werden dafür bereitgestellt.

Schwimmschule im Niendorfer Lehrschwimmbecken

Auf dem Gelände befindet sich auch das Lehrschwimmbecken Niendorf. Die SPD in der Bürgerschaft und im Bezirk hatte sich vor einigen Jahren für den Erhalt dieser wichtigen Einrichtung stark gemacht. Mit finanzieller Unterstützung aus öffentlichen Mitteln konnte der NTSV schließlich das Becken übernehmen und betreibt hier nun seine Schwimmschule. Wie Silke Ahrens vom NTSV ausführte, ist die Schwimmschule mittlerweile ein großer Erfolg und schreibt schwarze Zahlen.

Wohnungsbau und Nachverdichtung

Die Tour führte uns weiter in den Niendorfer Westen in Richtung des Kollauwanderweges. Diskutiert wurde dabei über mögliche Nachverdichtungen im Stadtteil. Im Bereich der Straßen Kopischweg/ Andreasberger Weg berät derzeit der bezirkliche Stadtplanungsausschuss auf Grundlage einer Eigentümerbefragung, ob künftig die Möglichkeiten zur rückwärtigen Bebauungen hier gegeben werden sollen oder nicht.

Neue Sportanlage Bondenwald

Den Lauf der Kollau folgend war die Sportanlage Bondenwald der nächste Stopp. Hier wurde nun endlich – nach langer Vorlaufzeit – der neue Kunstrasen verlegt und die Anlage erstrahlt in neuem Glanz. Auch die leichtathletischen Anlagen wurden erneuert. Ein aufgeschütteter Hügel bietet Lärmschutz zur Wohnbebauung und interessante Zuschauerperspektiven. Angesprochen wurden hier auch die Vereinsplanungen, das bisherige Vereinsgebäude zu erneuern. Umkleiden, Geschäftsstelle und eine kleine Gymnastikhalle sollen hier entstehen, wenn die Mitgliederversammlung des Vereins Ende des Jahres „grünes Licht gibt“.

Bondenwald Sportanlage

Die neue Sportanlage am Bondenwald

Niendorfer Gehege

Das Niendorfer Gehege bot den TeilnehmerInnen dann verschiedene Besichtigungspunkte, unter anderem das sanierte und von Pfadfinderinnen genutzte frühere „Mercksche Arbeiterhaus“ oder den Gehege-Spielplatz mit dem tollen neuen Unterstand, der hier im letzten Jahren errichtet wurde.

NG 27

Das Domizil der Pfadfinderinnen

Unterstand Gehege

Der neue Spielplatz-Unterstand

Berichtet wurde außerdem über Planungen zur ökologischen Aufwertung von Flächen, bspw. durch den Abriss des alten Heizungshauses am Ende des Lokstedter Holts.

Flüchtlingsunterkünfte an der Niendorfer Straße und am Hagendeel

Anschließend beschäftigten uns die Herausforderungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Aufgrund des Anstieges der Flüchtlingszahlen werden in Hamburg weiterhin dringend schnell verfügbare Unterbringungsmöglichkeiten benötigt. Allein 10.000 Plätze müssen dieses Jahr neu geschaffen werden.

An der Niendorfer Straße 99 ist mittlerweile eine Stelle der Zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge eingerichtet. In der Einrichtung findet für die Flüchtlinge Sozialberatung statt und sie werden hier verpflegt. Medizinische Angebote werden vorgehalten; es gibt eine Kinderbetreuung und Vor-Ort-Beschulung der schulpflichtigen Kinder.

Ein großer Unterstützerkreis von ehrenamtlichen HelferInnen unter Initiative der ev. Kirchengemeinde Niendorf unterstützt die Einrichtung bei der Arbeit.

Am Hagendeel – auf der anderen Seite der Kollau gelegen – beabsichtigt die Sozialbehörde im nächsten Jahr eine Unterkunft für bis zu 500 Personen einzurichten.

Überschwemmungsgebiet Kollau

Diese Einrichtungen liegen im sog. Überschwemmungsgebiet entlang der Kollau. Insgesamt elf dieser Gebiete müssen in Hamburg ausgewiesen werden. Damit verbunden sind Einschränkungen für die betroffenen Grundeigentümer, die sich im Beteiligungsverfahren mit Kritik und vielen Anregungen eingebracht haben. Diese werden derzeit von der Umweltbehörde ausgewertet und die bisherige Berechnung der Überschwemmungsgebiete mit einer neuen Methode überprüft.

Um dem „Dauerthema Hochwasser“ in diesem Bereich wirkungsvoll zu begegnen, sind seitens des Bezirkes nun unterschiedliche Maßnahmen an Bachläufen und Rückhaltebecken geplant.

 Amsinckvilla

Im Lokstedter Amsinckpark wurde dann die verhüllte Villa besichtigt. Nach jahrelangem Leerstand wurde nun mit der Ballin-Stiftung ein Nutzer gefunden, der hier eine Kita mit 90 Plätzen plant. Neben dem Kita-Betrieb in der Kernzeit, sollen die Räumlichkeiten auch von Bürgervereinen, Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Einrichtungen der Seniorenarbeit genutzt werden können.

Das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. Die kostenintensiven Arbeiten wurden daher mit Mitteln aus Bürgerschaft (500.000 Euro) und Bezirk (150.000 Euro) unterstützt. 2016 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Sportpark Lokstedt

Zum Abschluss ging es zum Sportpark Lokstedt. Drei Vereine haben hier ihren Sitz und bieten alles, was das „Sportler-Herz“ begehrt. Der DAV Hamburg betreibt hier das größte Kletterzentrum Norddeutschlands.

Der TV Lokstedt mit seinen über 1.000 Mitgliedern bietet in seinem Vereinsgebäude an der Döhrntwiete die ganze Bandbreite des Turn- und Gesundheitssportes an.

Bei Eintracht Lokstedt konnten die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren fast verdoppelt werden. Grund dafür war in erster Linie der Neubau des Kunstrasenplatzes, bei dem wir im Bezirk tatkräftig mitgeholfen haben.

Sportpark Lokstedt

Sportpark Lokstedt

 

Im Clubhaus von Eintracht Lokstedt fand sich die Gruppe dann auch am Ende ein, um beim SPD-Sommerfest die Eindrücke der Tour bei Kaltgetränken und Grillwürstchen zu vertiefen.

Als alle saßen und ein Zeltdach über dem Kopf hatte, kam dann der große Regen….