„Die Olympiasieger von morgen“ – Besuch des Hamburger Olympiastützpunktes

Heute war ich zu Besuch beim Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein (OSP) in Dulsberg. Beachvolleyball-Stützpunkttrainer Bernd Schlesinger nahm mich auf einen Rundgang über das Gelände mit und versorgte mich dabei mit vielen Informationen und interessanten Geschichten.

Schlesinger selbst hat eine beeindruckende Karriere als Trainer von Hallen- und Beachvolleyballteams, u.a. wurde er deutscher Pokalsieger mit dem 1. VC Hamburg, stieg mit den Frauen des TV Fischbek in die 2. Liga auf, war lange Zeit Sportlicher Leiter des Frankfurter Volleyball-Internats, stieg mit den Männern des Oststeinbeker SV in die erste Liga auf und ist derzeit als Co-Trainer der SVG Lüneburg in der 1. Bundesliga der Männer aktiv.

Parallel dazu betreut der Beachvolleyball-Nationalteams und ist am OSP für den Bereich Trainingswissenschaft Beachvolleyball verantwortlich.

Kein Wunder also, dass ich bei unserem Rundgang viel über den Beachvolleyball-Spitzensport erfahren durfte: über Trainingsmethoden, Auswahl der Athleten, die Zusammenarbeit zwischen Trainern und SportlerInnen, Laufbahnplanung, internationale Konkurrenz bis hin dazu, was alles am OSP getan wird, um den SportlerInnen optimale Bedingungen zu ermöglichen. Sogar die Beschaffenheit des Sandes, auf dem bei Großereignissen gespielt wird, wird hier wissenschaftlich analysiert. So konnte unser „Gold-Duo“ Laura Ludwig und Kira Walkenhorst bereits vor den Olympischen Spielen im letzten Jahr hier auf dem Sand trainieren, der auch in Rio verwendet wurde. Und bei den während meines Besuchs stattfindenden Weltmeisterschaften in Wien gelang es Ludwig/ Walkenhorst ebenfalls den Titel zu holen – ein Erfolg, der auch viel mit der tollen Arbeit des OSP zu tun hat.

Der OSP unterstützt zurzeit rund 300 Kaderathletinnen und -athleten aus 25 verschiedenen Sportarten in der Grundbetreuung und ist zudem für die Leistungsdiagnostik der Nationalmannschaften in den Schwerpunktsportarten Schwimmen, Rudern, Beachvolleyball, Hockey und Segeln zuständig.

35 Mitarbeiter, darunter 15 Trainer und 6 Trainingswissenschaftler betreuen derzeit 311 Kaderathleten, von denen 31 zum A-Kader gehören. „Das sind potentielle Medaillenkandidaten für Tokio 2020“, so Schlesinger.

Unter anderem zieht im Bereich Schwimmen die 3 Millionen Euro teure Hightech-Gegenstromanlage Athleten aus ganz Deutschland an, regelmäßig schickt der Deutsche Schwimmverband seine Besten zur Leistungsdiagnostik nach Hamburg.

Die Schwimmhalle am OSP

Und: Der OSP soll wachsen, der Masterplan „Active City“ des Senats sieht den Bau eines Landesleistungszentrums Handball/Judo vor, der seit langer Zeit geplant ist. 9 Millionen Euro stehen dafür im Haushalt der Stadt bereit, die neue Halle soll zudem die bestehenden entlasten und auch der benachbarten Eliteschule des Sports zur Verfügung stehen. Der erste Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen. Dadurch werden vier der bisher zehn Beachvolleyballfelder wegfallen und es gibt derzeit Gespräche, wo und wie diese dann ersetzt werden können.

Blick auf die Beachvolleyballanlage

Ein wichtiger Hamburger Beitrag zur Förderung des Leistungssports ist das Verbundsystem Schule-Leistungssport. Die Eliteschule an der benachbarten Schule Alter Teichweg bietet neben den Sportinternaten in Kiel und Ratzeburg ideale Rahmenbedingungen für die duale Laufbahn in Sport und Schule: kurze Wege, schulische Betreuung (Nachhilfe, Freistellung für sportliche Maßnahmen), sozialpädagogische Betreuung und überschaubare Kosten.

Der Gesamtetat des OSP beträgt 1,847 Mio. Euro, dieses Jahr sind es 81.000 Euro mehr. Den Hauptanteil zahlen der Bund und die Stadt Hamburg mit jeweils 781.000 Euro.

Eine große Herausforderung wird in den nächsten Jahren die Unterbringung auswärtiger Sportler sein, vor allem für Talente, die schon als SchülerInnen nach Dulsberg umziehen wollen. Zwar kann der OSP 25 Internatsplätze in der Nordschleswiger Straße anbieten, dazu 10 in Ratzeburg und 10 in Kiel. Jedoch hatten sich auf 8 freie Plätze dieses Jahr 25 Sportler beworben, so dass der OSP gemeinsam mit der Stadt in den kommenden Jahren nach Lösungen für weitere Beherbergungsmöglichkeiten suchen muss.

Ein höchst interessanter Besuch, der nicht mein letzter gewesen sein wird – ich werde die Arbeit des OSP auch in Zukunft intensiv begleiten. Vielen Dank an Bernd Schlesinger für den Rundgang, die Einblicke und die Zeit, die er sich genommen hat, um mir die Arbeit am OSP näherzubringen.