„Erinnern heißt Verantwortung übernehmen“: Grußwort bei der Veranstaltung zur „Geschichte italienischer Häftlinge im KZ Neuengamme“

Heute ging es zur Veranstaltung „Italiener und Italienerinnen im KZ Neuengamme: Ein vergessenes Kapitel der Geschichte“ im Gedenkort Stadthaus. Die von der ANPI-Gruppe Hamburg und der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte im Gedenkort Stadthaus ausgerichtete Veranstaltung widmete sich den Lebenswegen und Schicksalen einer Häftlingsgruppe, deren Geschichte lange Zeit wenig Beachtung fand.

Nach der Begrüßung von Beatrice Virendi von der ANPI-Gruppe Hamburg, durfte ich in einem Grußwort von den Erfahrungen meiner Großeltern Ruth und Herbert Schemmel berichten und auf die Bedeutung der Erinnerungsarbeit für unsere heutige Demokratie eingehen. Für meine Großeltern war „Nie wieder Faschismus“ keine bloße Formel. Sie setzten sich nach dem Krieg dafür ein, dass die Verbrechen nicht in Vergessenheit gerieten, berichteten über ihre Erfahrungen, engagierten sich in der Erinnerungsarbeit und suchten den Austausch mit jungen Menschen in Schulen.

Susanne Wald von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte ging in ihrem Vortrag auf die rund 1.200 Italienerinnen und Italienern ein, die im KZ Neuengamme inhaftiert waren und stellte einzelne Häftlinge und ihre persönlichen Lebensgeschichten vor. Viele der später in Neuengamme inhaftierten Italiener waren Antifaschisten, Partisanen der Resistenza oder Menschen, die sich dem faschistischen Regime widersetzt hatten. Sie wurden ihrer Freiheit beraubt, deportiert und zur Zwangsarbeit gezwungen. Viele überlebten die Haft nicht.

Dr. Sonia Residori erinnerte anschließend in ihrem Beitrag an das Massaker an der Zivilbevölkerung und die Ermordung von Partisanen am Monte Grappa im September 1944.

Die Veranstaltung zeigte eindrücklich, wie wichtig es ist, auch jene Lebensgeschichten sichtbar zu machen, die in der öffentlichen Erinnerung bislang weniger präsent waren.

Vielen Dank für die Organisation der Veranstaltung und ausdrücklich auch allen, die sich dafür einsetzen, die Schicksale der Verfolgten zu erforschen, ihre Geschichten zu erzählen und die Erinnerung an kommende Generationen weiterzugeben!

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