Einweihung der neuen Feuer- und Rettungswache Schnelsen

Heute war es soweit: Am Schleswiger Damm 2 wurde die neue Feuer- und Rettungswache Schnelsen feierlich eingeweiht – ein wichtiger Tag für Schnelsen, Niendorf und den gesamten Hamburger Nordwesten.

Mit der neuen Wache wird die Sicherheits- und Notfallversorgung in unseren Stadtteilen deutlich gestärkt: Als eine der drei Hamburger Tunnel-Portalwachen im Zuge der A7-Überdeckelung nimmt nunmehr die Schnelsener Wache ihren Betrieb auf. Die neue Wache der Feuerwehr Hamburg ermöglicht im Ernstfall ein noch schnelleres Eingreifen und somit eine effektive Notfallversorgung in den Stadtteilen Schnelsen und Niendorf inklusive der überdeckelten A7-Abschnitte.

Ein wichtiger Punkt in dem Vorhaben waren auch die durch die Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet erforderlichen Ausgleichsflächen, die auf Flurstücken in der Gemarkung Schnelsen erfolgt sind.

Bei der Planung wurde zugleich großer Wert auf den angrenzenden Naturraum gelegt. Als „Grüne Wache“ verfügt der Neubau unter anderem über Dach- und Fassadenbegrünung sowie weitere Maßnahmen zur Einbindung in die Umgebung.

Besonders ist auch: Die Wache ist die erste zusätzliche Feuerwache Hamburgs seit 1966, die an einem komplett neuen Standort entstanden ist. Rund 200 Feuerwehrbeschäftigte sollen hier künftig arbeiten.

Heute bei der Einweihung dabei waren unter anderem Innensenator Andy Grote, Bezirksamtsleiter Christian Zierau, der stellvertretende Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg Martin Timmler und Sprinkenhof-Geschäftsführer Jan Zunke, durch die Veranstaltung führte die Wachführerin der neuen Wache, Vicky Krützmann.

Lange Zeit hatte sich die Suche nach einem Standort für die neue Feuer- und Rettungswache in Schnelsen hingezogen, bis 2019 endlich der Standort am Schleswiger Damm zwischen Sassenhof und der A 7 ausgewählt wurde. Insofern hat mich dieses Thema schon sehr lange beschäftigt, und ich freue mich daher jetzt sehr, dass die neue Wache in Schnelsen ihren Betrieb aufgenommen hat.

Deshalb danke ich an dieser Stelle auch allen Beteiligten, die dieses Vorhaben über viele Jahre vorangebracht haben.

Die moderne und gut ausgestattete Feuerwehr ist ein wichtiger Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Mein großer Dank gilt insofern besonders auch den Feuerwehrfrauen und -männern, die jeden Tag für unsere Sicherheit und im Notfall für schnelle Hilfe sorgen.

Hier Redeausschnitte von der feierlichen Eröffnung:

Innensenator Andy Grote:

„Heute ist ein historischer Tag für die Feuerwehr Hamburg: Zum ersten Mal seit 60 Jahren geht mit der Feuer- und Rettungswache Schnelsen ein vollständig neuer und zusätzlicher Standort in Betrieb. Wir setzen damit ein starkes Zeichen für die Sicherheit unserer Stadt und schaffen einen Sicherheitsgewinn für die Menschen in Schnelsen, Niendorf und rund um die A7. Feuerwehr und Rettungsdienst werden hier in Zukunft noch schneller vor Ort sein, wenn Hilfe gebraucht wird.“

Martin Timmler, stellvertretender Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg:

„Die neue Feuer- und Rettungswache Schnelsen ist ein großer Gewinn für die Menschen in Schnelsen und Niendorf. Sie leistet einen wichtigen Beitrag für den Brandschutz, die Technische Hilfeleistung und den Rettungsdienst und verbessert zugleich die Sicherheit im A7-Tunnel. Besonders wichtig ist mir, dass unsere Kolleginnen und Kollegen hier moderne und funktionale Arbeits- und Ausbildungsbedingungen vorfinden. Kurze Wege, zeitgemäße Räume und ein verbesserter Gesundheitsschutz erleichtern ihnen den anspruchsvollen Arbeitsalltag. Gleichzeitig zeigt die nachhaltige Bauweise, dass sich eine leistungsfähige Gefahrenabwehr und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt gut miteinander verbinden lassen.“

Christian Zierau, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel:

„Mit der neuen Feuer- und Rettungswache stärken wir den Schutz der Menschen im Norden Hamburgs und der Nutzerinnen und Nutzer des A7 Tunnels. Das Bezirksamt hat mit der aufwändigen Suche nach einem geeigneten Standort und im aufwändigen Genehmigungsverfahren den Weg frei gemacht für die neue Wache. Die Investition in Steine und Technik ist auch eine Investition in die Zukunft von Feuerwehr und Rettungsdienst. Gute, moderne Arbeitsbedingungen sollen auch Anerkennung sein für Arbeit und Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, der leider noch zu oft für selbstverständlich gehalten wird.“

Jan Zunke, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH:

„Die Feuer- und Rettungswache Schnelsen ist ein anspruchsvolles Bauprojekt, bei dem die besonderen Anforderungen an eine moderne Sicherheitsinfrastruktur mit den Rahmenbedingungen des Standorts in Einklang gebracht werden mussten. Nach intensiver Grundstückssuche über mehrere Jahre konnte die Wache an diesem besonderen Standort realisiert werden. Das stellte hohe Anforderungen an Planung und Abstimmung – von den strengen landschaftsschutzrechtlichen Vorgaben über die Integration in den Naturraum bis hin zum Lärmschutz. Die Umsetzung erforderte deshalb eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und eine intensive Abstimmung. Im Rahmen der Umsetzung wurden zugleich konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Ausgestaltung realisiert, darunter eine Dachlandschaft aus intensiv begrünten Dächern, die flächige Begrünung der Fassaden und des Übungsturms sowie eine Solaranlage. Auch die Belange der Anwohner wurden berücksichtigt, unter anderem durch die Errichtung einer Lärmschutzwand. Wir freuen uns, gemeinsam mit allen Beteiligten eine leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur für Hamburg geschaffen zu haben.“

Hintergründe und Details:

Der Neubau am Schleswiger Damm mit einer Bruttogrundfläche von ca. 6.000 m² besteht aus drei Vollgeschossen und einem hochmodernen und 22 Meter hohen Übungsturm mit sechs Ebenen, in dem Angehörige der Berufsfeuerwehr und Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr gemeinsam trainieren werden.

Die Gliederung garantiert kurze Wege und optimiert interne Abläufe: In einem Teil die Feuerwache, im zweiten Teil der Rettungsdienst und im mittleren Teil die Administration mit Appellhalle. Ruheräume und Lagerbereiche befinden sich im Zwischengeschoss, Gemeinschaftsflächen wie Aufenthalts- und Sporträume im Obergeschoss. Insgesamt nutzen rund 210 Frauen und Männer der Feuerwehr Hamburg den Standort.

Neben den drei stationierten Rettungswagen, einem Vorausrüstwagen und vier Standard-Fahrzeugen im 24-Stundendienst, beherbergt die Wache auch ein speziell ausgebautes Tunnellöschfahrzeug, welches innerhalb weniger Minuten am Einsatzort sein kann. Eine spezielle Wärmebildkamera und integrierte Atemluftversorgung ermöglicht es der Besatzung mit dem Sonderlöschfahrzeug in einen verrauchten Tunnel einzufahren. Über einen fernbedienbaren Wasserwerfer an der Fahrzeugfront können Flammen mit einem Wasser-Schaum-Gemisch noch vor dem Aussteigen in bis zu 55 Meter Entfernung schnell und effektiv niedergeschlagen werden.

Im Sinne einer „Grünen Wache“ wurde aufgrund der Lage des Neubaus innerhalb der Eimsbütteler Landschaftsachse städtebaulich ein besonderes Augenmerk auf die Einbettung in den Naturraum und auf die unmittelbare Nachbarschaft zu dem denkmalgeschützten Hofensemble „Sassenhof“ gelegt. Das Grundstück befindet sich auf einem ehemaligen Ausgleichgrundstück der Autobahn in einem Landschaftsschutzgebiet

Die Bauarbeiten für den massiven Stahlbetonbau mit Mauerwerkswänden sowie einer Dachkonstruktion aus Holz kostete mit seinen Ausgleichs- und Erschließungsmaßnahmen rund 33 Millionen Euro.

Der Senat investiert schon seit längerem massiv in den Ausbau der Sicherheitsinfrastruktur mit dem Ziel, den Hamburgerinnen und Hamburgern in einer wachsenden Stadt auch weiterhin rund um die Uhr schnell und umfassend helfen zu können. Neben dem neuen Standort in Schnelsen gibt es weitere Feuer- und Rettungswachen, u. a. in Finkenwerder, Allermöhe und Meiendorf sowie weitere neue Wachen der Freiwilligen Feuerwehren.

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