Hamburg stellt Finanzkonzept für Olympia-Bewerbung vor – Organisationskosten durch Einnahmen gedeckt

Der Hamburger Senat hat heute gemeinsam mit externen Finanzgutachtern und Experten ein umfassendes Finanzkonzept für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele vorgestellt. Die Kalkulation zeigt nach Angaben der Stadt: Hamburg kann wirtschaftlich solide und transparent geplante Spiele ausrichten und gleichzeitig langfristig in die Infrastruktur der Stadt investieren.

Organisationskosten sollen vollständig durch Einnahmen gedeckt werden

Den größten Kostenblock bilden die Organisations- und Durchführungskosten der Spiele. Das sogenannte Durchführungsbudget wird derzeit auf rund 4,8 Milliarden Euro geschätzt. Darin enthalten sind unter anderem Ausgaben für temporäre Infrastruktur, Personal, Dienstleistungen, Technik, Marketing und Kommunikation.

Dem gegenüber stehen prognostizierte Einnahmen von etwa 4,9 Milliarden Euro. Diese stammen vor allem aus Beiträgen des International Olympic Committee (IOC), aus nationalen Sponsoringverträgen, Ticketverkäufen, Hospitality-Angeboten und Lizenzierungen.

Der größte Einnahmeanteil soll aus lokalem Sponsoring (32 %) kommen, gefolgt von Ticketverkäufen (30 %) und IOC-Beiträgen (25 %). Insgesamt sind rund 10 Millionen verkaufte Tickets eingeplant. Nach aktueller Kalkulation könnte dadurch sogar ein Überschuss von rund 100 Millionen Euro entstehen. Dieses Geld soll dem Hamburger Breitensport zugutekommen, etwa für den Ausbau von Sportstätten und die Förderung von Vereinen.

Investitionen in Infrastruktur und Stadtentwicklung

Neben dem Durchführungsbudget gibt es ein separates Investitionsbudget. Dieses umfasst Maßnahmen mit langfristigem Nutzen für die Stadt. Hamburg plant hier derzeit Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Modernisierung und Ausbau bestehender Sportstätten
  • Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Inklusion
  • Investitionen in Sportförderung und Bildung
  • Projekte für Nachhaltigkeit und Stadtgrün
  • Infrastrukturmaßnahmen im Bereich ÖPNV, Straßen sowie Geh- und Radwege

Das Hamburger Konzept setzt dabei bewusst auf bestehende Infrastruktur: 76 Prozent der Sportstätten sind bereits vorhanden, weitere Anlagen sollen nur temporär errichtet werden. Neue Großbauten ausschließlich für die Spiele sind nicht vorgesehen.

Unterstützung durch den Bund

Auch der Bund unterstützt eine deutsche Bewerbung um Olympische Spiele. Laut politischer Vereinbarung vom Dezember 2025 hat die Bundesregierung eine finanzielle Beteiligung zugesagt. Zudem könnten Bundesmittel für wichtige Infrastrukturprojekte in Hamburg eingesetzt werden – etwa für die Erweiterung des Hauptbahnhofs.

Transparente Berechnung nach internationalen Standards

Die Berechnungen folgen der Budgetsystematik des Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) und orientieren sich an Erfahrungen früherer Spiele, etwa in Olympische Sommerspiele 2012 und Olympische Sommerspiele 2024. Zusätzlich wurden die Hamburger Zahlen von externen Experten geprüft.

Referendum am 31. Mai

Ob Hamburg seine Bewerbung offiziell beim DOSB einreichen soll, entscheiden die Hamburgerinnen und Hamburger selbst. Am 31. Mai 2026 findet dazu das Referendum statt.

Weitere Informationen zur Bewerbung sind online unter www.hamburg-activecity.de/olympia verfügbar.

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