Der Senat hat heute das finale Konzept für Hamburgs Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele vorgestellt. Leitidee sind „Spiele, die zu Hamburg passen“ – nachhaltig, kompakt und mit einem langfristigen Mehrwert für die Stadtgesellschaft. Das Konzept setzt bewusst auf vorhandene Infrastruktur, kurze Wege und die besondere Kulisse Hamburgs mit Wasserlagen, Grünflächen und urbanen Räumen.
Kompakte Spiele mitten in der Stadt
Im Zentrum stehen zwei große Bereiche: der „Olympic Park City“ rund um das Heiligengeistfeld sowie der „Olympic Park Altona“ im Bereich des Volksparks. Insgesamt liegen 20 von 33 Wettkampfstätten direkt im Stadtgebiet, der Großteil davon in einem Radius von nur sieben Kilometern. Das sorgt für kurze Wege für Athletinnen und Athleten, Besucherinnen und Besucher sowie Volunteers.
Ein Highlight bleibt die Inszenierung der Binnenalster als olympisches Herzstück – unter anderem mit 3×3-Basketball, Bogenschießen und Padel-Tennis. Weitere Wettbewerbe finden an ikonischen Orten wie dem Hafen, der Speicherstadt oder dem Elbufer statt und verbinden Sport mit der einzigartigen Stadtkulisse.
Nachhaltig, inklusiv und nah an den Menschen
Das Konzept folgt klar dem Grundsatz: Bestehendes nutzen, sinnvoll ergänzen und dauerhaft profitieren. Rund 76 Prozent der Sportstätten sind bereits vorhanden, weitere Anlagen werden temporär errichtet und anschließend nachgenutzt. Gleichzeitig sollen rund 100 Trainingsstätten in der ganzen Stadt modernisiert werden – ein langfristiger Gewinn für Schulen, Vereine und den Breitensport (hier das Wettkampf- und Trainingsstättenkonzept).

Damit möglichst viele Menschen die Spiele erleben können, ist ein niedrigschwelliges Ticketkonzept geplant: Rund eine Million Tickets in der günstigsten Kategorie sowie ein kostenfreies Kontingent für Ehrenamtliche und Menschen mit geringem Einkommen sollen breite Teilhabe ermöglichen.
Olympia als Motor für Stadtentwicklung
Ein zentrales Element ist das sogenannte „Olympische Band“ – ein grüner Korridor, der sich vom Volkspark über Parks und Grünflächen bis zur Dove-Elbe zieht. Durch Aufwertungen, Entsiegelung und neue Freiräume soll so dauerhaft mehr Stadtgrün entstehen.
Auch im Bereich Mobilität sollen die Spiele einen Schub bringen. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, neue U- und S-Bahn-Projekte sowie innovative Angebote wie autonome Shuttle-Verkehre sollen beschleunigt werden. Ziel ist ein leistungsfähiger, barrierefreier und klimafreundlicher Verkehr – weit über die Spiele hinaus.
Olympisches Dorf in der Science City
Das Olympische Dorf entsteht in der Science City Hamburg Bahrenfeld und wird Teil einer langfristigen Stadtentwicklung. Während der Spiele bietet es rund 15.000 Athletinnen und Athleten Platz, danach entsteht dort Wohnraum für bis zu 9.000 Menschen – mit einem hohen Anteil geförderter Wohnungen. So wird Olympia direkt mit bezahlbarem Wohnen und Wissenschaftsentwicklung verknüpft.

Breite Beteiligung und Entscheidung durch die Stadt
Das Konzept basiert auf einem intensiven Beteiligungsprozess mit der Stadtgesellschaft. Ideen wie neue Sportarten oder Standortanpassungen wurden aus der Bürgerbeteiligung übernommen.
Am 31. Mai 2026 entscheiden dann die Hamburgerinnen und Hamburger in einem Referendum, ob die Stadt mit diesem Konzept ins internationale Bewerbungsverfahren gehen soll. Bei einem positiven Votum werden die Unterlagen beim Deutscher Olympischer Sportbund eingereicht.
Ein gemeinsames Projekt für Hamburg
Bürgermeister Peter Tschentscher bezeichnet die Spiele heute als große Chance für Sport, Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt und betonte den Anspruch, Spiele für alle zu organisieren – mit nachhaltigen Impulsen für Klimaschutz, Stadtentwicklung und den Breitensport.
Das Ziel ist klar: Olympische und Paralympische Spiele, die nicht nur ein internationales Sportereignis sind, sondern ein langfristiger Gewinn für die gesamte Stadt.