Vor 81 Jahren wurde das Konzentrationslager Neuengamme von britischen Soldaten befreit.
Bei der heutigen Gedenkveranstaltung erinnerten Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und Maria Bering, stellvertretende Amtschefin beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, sowie die KZ-Überlebende Judith Jägermann und weitere Gäste an die Befreiung am 3. Mai 1945.
„Der 3. Mai mahnt uns Frieden und Freiheit zu schützen. Es sind die Erfahrungen und Worte von Zeitzeug:innen wie Frau Jaegermann und Frau Melmed, die uns berühren, die uns erschaudern lassen vor den Gräueltaten der Nazis – und die junge Menschen hoffentlich davon abhalten, auf die alten Narrative hereinzufallen, die Rechtsextreme im Netz verbreiten. Die wohl wichtigste Lehre unserer Geschichte bleibt universell gültig: die Würde des Menschen ist unantastbar“, betonte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit in ihrer Rede.

Die anschließende Kranzniederlegung erfolgte in Gedenken an die Opfer von Krieg und Verfolgung während des NS-Regimes.

Das Konzentrationslager Neuengamme war mit rund 100.400 Häftlingen – einschließlich der 85 Außenlager – das größte Lager in Nordwestdeutschland. Mindestens 42.900 Menschen kamen hier durch den nationalsozialistischen Terror ums Leben.
Als britische Soldaten im Mai 1945 das Lager befreiten, fanden sie es leer vor. Die Nazis hatten es zuvor geräumt, um ihre Verbrechen zu vertuschen. Tausende Häftlinge wurden auf Todesmärsche geschickt oder auf Schiffe in der Lübecker Bucht deportiert. Mehr als 6.000 Menschen kamen ums Leben, als britische Flugzeuge die Schiffe bombardierten, da sie dort deutsche Truppen vermuteten.
Das KZ Neuengamme zählte zwar zu den größten Konzentrationslagern des NS-Regimes, doch lange Zeit blieben die dort begangenen Verbrechen weitestgehend unbeachtet. Heute ist die KZ-Gedenkstätte Neuengamme ein Ort des Erinnerns, des Lernens und der Begegnung.