„Mein Praktikum im Wahlkreisbüro“

In den letzten Wochen hatten wir nach längerer Zeit – coronabedingt – wieder einen Schulpraktikanten im Wahlkreisbüro.

Hier sein Bericht:

Ich heiße Mattis Frommer, bin 17 Jahre alt und besuche die zwölfte Klasse der Stadtteilschule Niendorf. Im Abgeordnetenbüro von Marc Schemmel habe ich mein zweiwöchiges Betriebspraktikum erfolgreich absolviert.

Zwei Tage nach Beginn des Praktikums ging es für mich in das Hamburger Rathaus, dem Herz der Hamburger Politik, um einen Einblick in die dortige Arbeit und des Parlaments zu bekommen. Ich habe eine Führung durch das Rathaus bekommen und mir wurden spannende Fakten zu den Räumlichkeiten vermittelt. Es gibt beispielsweise vier Kamine im Rathaus, welche allerdings noch nie betrieben wurden. Der Rathausführung ging der Besuch der SPD-Bürgerschaftsfraktion und der Parlamentsbibliothek voraus.

Mein persönliches Highlight am Besuch des Hamburger Rathauses war die Teilnahme an der Bürgerschaftssitzung, die nach mehr als zwei Jahren Corona-Pause erstmalig nun wieder im Plenarsaal stattfand.

Innerhalb der aktuellen Stunde setzen die Fraktionen unterschiedliche Themen auf die Tagesordnung, welche dann diskutiert werden. Nach dem Läuten der Glocke durch die Bürgerschaftspräsidentin begann die Sitzung mit einem Antrag der Linksfraktion zum Thema „Sondervermögen für die Bundeswehr“.

Der Bundeskanzler hatte als Konsequenz für den Angriff der russischen Föderation auf die Ukraine eine Zeitenwende angekündigt, welche ein Sondervermögen von einhundert Milliarden Euro für die Instandsetzung und Ausrüstung der Bundeswehr vorsieht. Hintergrund der Anfrage von der Linksfraktion ist, dass sie die Regierungskoalition und den Senat dazu auffordern wollte, zu beschließen, dass Hamburg die benötigte Grundgesetzänderung im Bundesrat blockiert.

Abgesehen davon, dass das wegen der viel zu geringen Stimmenzahl von Hamburg im Bundesrat nicht funktionieren könnte, ist die Position der Regierungsparteien in Hamburg auch ganz klar. Die SPD sieht in der Stärkung der Bundeswehr einen lange überfälligen Schritt in Richtung einer modernen und gut ausgestatteten Verteidigungsarmee, die gemeinsam mit den NATO-Bündnispartnern ihren Beitrag zu Frieden und Sicherheit in Europa leistet.

Schon lange vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine war eigentlich klar, dass die Materialausstattung der Bundeswehr bei weitem nicht ausreicht. Es muss nun in die Sicherheit und den Frieden Europas investiert werden, um auch unsere Freiheit und Demokratie verteidigen zu können.

Ich kann sagen, dass das Besuchen des Parlaments und das hautnahe Erleben der hitzigen Debatten diese in eine ganz andere Atmosphäre eintauchen lässt, als durch das Schauen des Livestreams auf der Bürgerschaftsseite.

Mit Marc Schemmel im Rathaus

Im Büro von Marc Schemmel konnte ich Aufgaben übernehmen, welche zur Routine gehören. So habe ich die Parlamentsdokumentation nach relevanten Anfragen und Anträgen gefiltert und diese niedergeschrieben. Zu den relevanten Themen zählen jene, die entweder direkt oder indirekt in Verbindung zu Sport, Umwelt oder Energie stehen.

Marc Schemmel ist Sportausschuss-Vorsitzender und Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energie, weshalb diese Themen besonders im Fokus stehen. Auch zählen Themen, die mit dem Wahlkreis zu tun haben, zu relevanten Anfragen. Zudem ist er auch noch ständiger Vertreter im Familien-, Kinder- und Jugendausschuss.

Neben der Parlamentsdokumentation habe ich täglich den Pressespiegel erstellt. Dieser umfasst die Medienberichte, welche aktuell sind und sich meist auf politische Themen beziehen. Auch in dieser Aufgabe habe ich die Medienberichte nach bestimmen Kriterien gefiltert. So habe ich Zeitungsartikel verschiedener Verlage und Urheber gesichtet und diese gesammelt, sofern sie für die SPD, der Energie, der Umwelt oder für Hamburg wichtig sind. Das spannende an dieser Aufgabe ist es, sofort zu erfahren, was so innerhalb der Bundesregierung oder lokal passiert. Die Aufgabe zur Bereitstellung der Medienberichte übernimmt die Parlamentsbibliothek.

In der zweiten Woche habe ich die Gelegenheit bekommen, an der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energie teilzunehmen. Die Sitzung begann mit dem Tagesordnungspunkt: „Bürgerschaftliches Ersuchen für den Schutz vor Extremwetterereignissen“ und einer Präsentation einer Vertreterin des Senats. Neben dem Schutz ging es um die effizientere Nutzung von Ressourcen und um Maßnahmen, die die Wiederverwendung ermöglicht. Hierunter fallen z. B. Maßnahmen, um Regenwasser zu speichern. Besonders spannend fand ich Fragen zum Thema „Katastrophenschutz“ und wie genau das von der Bundesregierung beschlossene Cellbroadcast-System in Hamburg umgesetzt wird.

Beim Cell Broadcasting erhalten alle Handynutzer, die sich zu einer bestimmten Zeit in einer Funkzelle aufhalten, eine Mitteilung, die aussieht wie eine SMS. Anders als bei den Warn-Apps Nina und Katwarn werden damit auch Menschen erreicht, die kein Smartphone verwenden. Am nächsten bundesweiten Warntag im September soll das erstmals getestet werden.

Wegen Corona konnte Marc Schemmel lange keine öffentlichen Wahlkreis-Veranstaltungen in Präsenz mehr durchführen, er hat damit aber jetzt wieder begonnen. So konnte ich an Vorbereitungsarbeiten für eine solche Veranstaltung mithelfen, inhaltlich, aber auch u. a. mit dem Aufstellen von Plakaten.

Unter dem Motto „Politik aus erster Hand“ war in der Alten Schule am Tibarg eine größere Diskussionsrunde mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten und Außenpolitiker Niels Annen geplant, in der es vor allem um den Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen auf uns gehen sollte.

Leider aber wurde an diesem Tag im Bundestag die namentliche Abstimmung über das Sondervermögen der Bundeswehr auf die Tagesordnung gesetzt, so dass Niels Annen nicht erscheinen konnte. Trotzdem aber fand sich eine interessierte Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern zusammen, die mit Marc Schemmel intensiv über Themen in Hamburg und in den Stadtteilen Lokstedt, Niendorf und Schnelsen diskutierten.

Sehr gut fand ich auch, dass ich mich zwischendurch angeregt über politische Themen mit Marc Schemmel und seinem Büroleiter Karsten Blum unterhalten konnte.

Mir hat das Praktikum im Abgeordnetenbüro von Marc Schemmel sehr gefallen und es hat mir großen Spaß gemacht. Ich würde dieses Praktikum jederzeit wieder machen.

Vor dem Wahlkreisbüro in Niendorf-Nord

Wer auch ein Praktikum hier machen möchte, kann die Bewerbung am besten per E-Mail an mail@marc-schemmel.de richten, mit kurzem Anschreiben, einem kleinen Lebenslauf mit Foto und dem aktuellen Schulzeugnis.

Wichtig wäre eine frühzeitige Bewerbung, da immer nur ein Praktikumsplatz für einen Zeitraum zur Verfügung steht.