Sommertour 2026: Mit dem Fahrrad durch Niendorf und Schnelsen

Bei meiner 14. Politischen Radtour ging es in diesem Jahr rund 15 Kilometer durch Niendorf und Schnelsen. Seit vielen Jahren können wir uns auf der Radtour zu örtlichen Entwicklungen austauschen, über aktuelle Projekte informieren, mit den Menschen ins Gespräch kommen und immer wieder auch neue Ecken unseres Wahlkreises kennenlernen. Und natürlich geht es dabei auch darum, festzustellen, in welch schönen und grünen Stadtteilen wir leben.

Ausgangspunkt war erneut die Kirche am Niendorfer Markt. Die 1770 eingeweihte Barockkirche gehört zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Hamburgs und erzählt mit ihrer mehr als 250-jährigen Geschichte auch viel über die Entwicklung Niendorfs.

Anschließend ging es ins Niendorfer Gehege. Mit knapp 150 Hektar ist es eines der wichtigsten Naherholungsgebiete im Hamburger Norden. Bei einem Rundgang mit Förster Sven Wurster haben wir uns kürzlich mit der Modernisierung der Revierförsterei, der Waldpflege und der Bedeutung des Geheges für Naturschutz und Naherholung beschäftigt. Die Revierförsterei ist in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt klimafreundlicher und moderner geworden. Energetische Sanierung, Photovoltaik, moderne Wärmeversorgung, Dachbegrünung und Elektromobilität gehören dazu. Über den von uns politisch unterstützten Sonderfonds Wald konnten zudem zusätzliche Mittel für die Sanierung der Hamburger Revierförstereien bereitgestellt werden.

Die Mutzenbecher-Villa im Gehege ist nach aufwendiger Sanierung heute ein wichtiger Lern- und Begegnungsort. Nun soll auch das schiefergedeckte Dach denkmalgerecht erneuert werden. Dafür wurden 450.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030 bereitgestellt. Auch die Bezirksversammlung unterstützt das Vorhaben aus Sondermitteln. Besonders interessant ist die geplante Photovoltaik-Lösung, die sich optisch an die Schieferdeckung anpassen soll.

Weiter ging es zur Villa Bondenwald, einem besonderen Beispiel für den gelungenen Umgang mit historischer Bausubstanz. Die Villa wurde 1913/14 errichtet, der dazugehörige Garten vom bekannten Gartenarchitekten Erwin Barth gestaltet. Heute ist das Ensemble denkmalgeschützt und wurde umfassend saniert. Inzwischen hat die Ehlerding Stiftung hier ihren Sitz. Besonders freut mich, dass auch das Forum Kollau sein historisches Archiv in der Villa unterbringen konnte. Damit kommen Stadtteilgeschichte, Engagement für Kinder und Jugendliche und heutige Nutzung an einem Ort zusammen.

Von Niendorf führte die Tour weiter nach Schnelsen-Süd. Die SAGA-Siedlung ist Heimat für rund 2.700 Menschen aus mehr als 30 Nationen und damit ein ausgesprochen vielfältiges Quartier.

Hier haben wir uns über die Entwicklung des Quartiers und die Bedeutung sozialer Infrastruktur ausgetauscht. Angebote wie das KiFaZ, das Projekt 38, der Jugendclub und weitere Beratungs- und Begegnungsangebote sind für den Zusammenhalt im Quartier von großer Bedeutung.

Eine besonders wichtige Zukunftsperspektive ist der Ausbau der AKN zur S5. Für Schnelsen-Süd wird der geplante eigene Haltepunkt einen großen Unterschied machen. Wenn die S5 voraussichtlich ab Dezember 2028 direkt zwischen Hamburg und Kaltenkirchen fährt, entfällt der bisherige Umstieg in Eidelstedt. Für Schnelsen-Süd bedeutet der neue Bahnhof einen deutlich besseren Anschluss an die Hamburger Innenstadt und die Region.

Am Brummerskamp ging es anschließend um Nachwuchsfußball beim FC St. Pauli und um die Frage, wie Sportanlagen, Nachwuchsarbeit und die Interessen des Stadtteils zusammengebracht werden können. Direkt daneben konnten wir mit dem neu gestalteten Spielplatz auch ein gelungenes Beispiel für Kinder- und Jugendbeteiligung ansehen.

Von dort ging es auf das Gelände der Julius-Leber-Schule, mit rund 1.700 Schülerinnen und Schülern eine der größten Stadtteilschulen Hamburgs. Hier ist u. a. eine neue Sporthalle mit inklusiver Ausstattung entstanden. Barrierefreie Umkleiden, Rollstuhllager, höhenverstellbare Basketballkörbe und weitere Elemente ermöglichen auch Rollstuhlsport.

Mit dem Albertinen-Krankenhaus stand anschließend ein zentraler Gesundheitsstandort auf unserer Route. Besonders interessant ist die Entwicklung des Zentrums für Altersmedizin. Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft wird die Verbindung von Akutmedizin und geriatrischer Versorgung immer wichtiger.

Der neu gestaltete Von-Herslo-Park zeigte anschließend, wie wichtig wohnungsnahe Grün- und Spielflächen für wachsende Quartiere sind. Auf rund 15.500 Quadratmetern sind neue Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten, eine Wildblumenwiese und naturnahe Bereiche entstanden.

Am Kriegerdankweg ging es dagegen um Erinnerungskultur. Das dortige Friedensmahnmal erinnert mit den Worten „Die Opfer der Kriege und der Gewalt mahnen uns – Sorgt Ihr im Leben, dass Frieden werde“ an die Verantwortung für Frieden und Demokratie. Gerade heute sind solche lokalen Erinnerungsorte wichtig.

Vorbei an der Schiffszimmerersiedlung und dem Piratenspielplatz ging es weiter zum Sportplatz Riekbornweg, der Heimat von TuS Germania Schnelsen und des Schachclubs Königsspringer Hamburg. Hier wurde deutlich, wie vielfältig die Nutzung von Sportanlagen sein kann und wie wichtig es ist, die vorhandene Infrastruktur regelmäßig zu modernisieren.

An der Grundschule Frohmestraße konnten wir uns anschließend die neue „Offenhalle“ ansehen. Die überdachte, seitlich offene Sportfläche kann ganzjährig für Bewegung, Sport, Veranstaltungen und Feste genutzt werden – ein gutes Beispiel für flexible und mehrfach nutzbare Flächen.

Auch das Freizeitzentrum Schnelsen durfte auf unserer Route natürlich nicht fehlen. Seit 1990 steht das FZS für Kultur, Begegnung und ehrenamtliches Engagement. Die geplante Weiterentwicklung zu einem modernen, barrierefreien Stadtteilzentrum ist ein wichtiges RISE-Zukunftsprojekt.

Ein weiterer Höhepunkt war der A7-Deckel mit dem Dorothea-Buck-Park. Über Jahrzehnte hat die Autobahn Schnelsen geteilt. Mit dem Deckel ist auf rund 560 Metern eine städtebauliche Barriere verschwunden. Der neue Park hat zusätzliche Grün- und Aufenthaltsflächen geschaffen und die zuvor getrennten Quartiere wieder stärker miteinander verbunden.

Zum Schluss führte uns die Route an die Kollau. Bei ihrer Renaturierung wird dem Gewässer wieder mehr natürlicher Raum gegeben. Flachere Ufer, neue Strukturen und Retentionsflächen dienen gleichzeitig dem Naturschutz und dem Hochwasserschutz.

Das passte auch inhaltlich gut zu einer früheren Station der Tour: Beim Brookgraben hatten wir über die historische Entwässerungslandschaft gesprochen. Heute gehen wir zunehmend einen anderen Weg: Wir versuchen nicht mehr nur, Wasser möglichst schnell abzuleiten, sondern geben ihm wieder Raum.

Zum Abschluss ging es noch zu einer kurzen Nachbesprechung ins Schweizer Haus – es war wieder eine schöne Tour und wir haben gesehen, wie vielfältig unsere Stadtteile sind und wie viele Themen unmittelbar vor unserer Haustür zusammenkommen: Denkmalschutz und Geschichte, Natur- und Klimaschutz, Wohnen und soziale Infrastruktur, Schulen und Sport, Mobilität, Gesundheit und Stadtteilkultur.

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