Corona-Impfung: Wichtigstes Mittel zur Bekämpfung der Pandemie

Die Impfung der Bevölkerung ist sicherlich der wichtigste Ansatz zur Bewältigung der Pandemie.

Bei den bisher zugelassenen Impfstoffen gibt es besonders hohe Anforderungen an Transport, Lagerung und Verabreichung.

Mit der Zulassung weiterer Impfstoffe werden dann hoffentlich künftig auch die Impfungen erleichtert, da dann auch in Arztpraxen geimpft werden kann.

Impfdosen-Menge

Je mehr Impfstoffe zugelassen werden, umso mehr Impfdosen stehen dann auch bald zur Verfügung. Da derzeit nur wenige Impfstoffe zugelassen sind, können momentan auch noch nicht so viele Menschen am Tag geimpft werden. Vor allem muss auch bedacht werden, dass für einen vollständigen Impfschutz zwei Impfungen notwendig sind.

Daher beruht die Hoffnung nun darauf, dass a) mehr Impfstoffe eine Zulassung erhalten; b) die Produktionskapazitäten ständig erhöht werden.

Ärgerlich ist in dem Zusammenhang dann natürlich, wenn zugesagte Mengen – wie jetzt durch den Pharmakonzern Pfizer – nicht geliefert werden können, weil dieser auf einmal sein Werk in Belgien umbauen ließ, um dort mehr Corona-Impfstoff produzieren zu können. Dafür musste aber seine Produktion vorübergehend gedrosselt werden. Betroffen davon sind nicht nur Deutschland, sondern praktisch alle Länder weltweit. Immerhin soll ein zusätzliches Werk in Marburg nach den derzeitigen Planungen bereits im Februar mit der Produktion beginnen.

Hier einmal eine Auflistung aller derzeitig in Entwicklung befindlichen oder schon fertigen Impfstoffe und die jeweiligen Mengen für Deutschland im Fall einer Zulassung nach jetzigem Stand:

  • Biontech/Pfizer: mindestens 60 Millionen Dosen über die EU sowie eine gesicherte Option auf weitere 30 Millionen Dosen national (Impfstoff bereits zugelassen); zusätzliche Bestellung der EU von weiteren 300 Millionen Impfdosen.
  • Moderna: 50,5 Millionen Dosen über die EU, zusätzlich wird hier über zusätzliche Dosen national verhandelt (Impfstoff bereits zugelassen)
  • CureVac: mindestens 42 Millionen Dosen über die EU sowie eine Option auf 20 Millionen Dosen national
  • AstraZeneca: 56,2 Millionen Dosen über die EU
  • Johnson&Johnson: 37,25 Millionen Dosen über die EU

Klar war immer, dass mit Erteilung einer Zulassung noch nicht sofort genügend Impfstoff für alle vorhanden sein kann. Der Impfstoff ist überall auf der Welt zu Anfang knapp – die Nachfrage hoch und die Produktionskapazitäten begrenzt.

Impfreihenfolge

Insofern war es und ist es nötig, zu Beginn zu priorisieren und zunächst vor allem die Risiko- Gruppen zu impfen. Daher gibt es eine bundesweit abgestimmte Priorisierung hinsichtlich der Impfreihenfolge, die also auch hier in Hamburg gilt. Besonders gefährdete Gruppen werden zuerst geimpft.

Das sind insgesamt ca. 190.000 Menschen in Hamburg: Dabei handelt es sich um über 114.000 Menschen über 80 Jahre, die Bewohnerinnen und Bewohner in Pflege- und Altenheimen sowie das Personal in Pflegeheimen und in Krankenhäusern. In den Krankenhäusern und den Pflegeheimen wird durch mobile Impfteams geimpft.

Anfang Januar ist zudem in Hamburg in den Messehallen das zentrale Impfzentrum an den Start gegangen. Dort wurden anfänglich ca. 500 Menschen am Tag geimpft. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung stehen wird, können hier bis zu 7000 Menschen am Tag geimpft werden.

Seit Mitte Januar haben alle über 80-jährigen Hamburgerinnen und Hamburger eine Einladung zur Corona-Impfung mit Informationen zu Impfung und zur Möglichkeit der Terminvereinbarung erhalten.

Aufgrund der oben geschilderten Probleme bei Produktion und Lieferung musste die Terminvergabe aber derzeit ausgesetzt werden. Wenn wieder genügend Impfdosen vorhanden sind, können Impftermine wieder über die bundesweite Telefon-Hotline 116 117 der kassenärztlichen Vereinigung und auf der Webseite https://www.impfterminservice.de/impftermine vereinbart werden.

Unerfreulich, und dass weiß ich aus vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Wahlkreis, dass es hierbei für viele Menschen zu sehr vielen glücklosen Versuchen und stundenlangen Wartereien gekommen ist. Die Kritik hat die Kassenärztliche Vereinigung, die die Hotline betreibt auch erreicht, sie verweist allerdings darauf, dass aufgrund der derzeit knappen Impfstoffes nicht ausreichend Termine vergeben werden konnte. Dennoch: Das hätte aus meiner Sicht sicher besser organisiert werden können. Ich hoffe, dass im Laufe der nächsten Wochen die Beschwerden weniger werden.

Impftermine können nur für diejenigen vereinbart werden, die zur genannten ersten Prioritätengruppe zählen. Spätestens ab April sollen auch Menschen geimpft werden können, die nicht zur ersten Prioritätsgruppe gehören, zum Beispiel Menschen, die älter als 60 Jahre sind und an einer Erkrankung leiden. Im Laufe des Jahres soll dann genügend Impfstoff für alle zur Verfügung stehen, optimistische Prognosen sagen sogar den Sommer voraus.

Hier ein paar wichtige Seiten für weitere detaillierte Informationen:

Corona-Impfung allgemein: https://www.hamburg.de/faq-schutzimpfungen/

Prioritätsgruppen: https://www.hamburg.de/coronavirus/aktuelles/14793454/hinweise-zu-schutzimpfungen/

Impfzentrum: https://www.hamburg.de/corona-impfung/14822042/ablauf-impfzentrum/

Corona allgemein Bund: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/coronavirus-impfung-faq-1788988

Die Corona-Impfung wird nur etwas bringen, wenn sich genügend Menschen auch impfen lassen – in Deutschland beläuft sich die Prognose auf ca. nötige 70 Prozent der Bevölkerung.

Sobald möglich, werde ich das natürlich auch tun.

Niemand möchte doch, dass die Infektionszahlen im Frühling und Sommer wieder sinken und danach wieder steigen, nur weil sich zu wenig Menschen impfen lassen.

Eine gewisse Unsicherheit kann ich verstehen, wenngleich diese auch häufig durch falsche Informationen, vor allem im Internet, befeuert wird. Impfschäden sind so gut wie ausgeschlossen, dem gegenüber stehen hohe Infektionszahlen mit den bekannten Folgen in allen gesellschaftlichen Bereichen, viele Todesfälle und auch etliche mögliche Langzeitschäden durch Corona, die noch gar nicht überblickt werden können und von denen auch alle Altersgruppen betroffen sein können.

Kurz zu den derzeit bekannten Nebenwirkungen: Müdigkeit, Kopfweh, Schmerzen an der Einstichstelle sind möglich – das ist aber bei jeder Schutzimpfung der Fall.

Ich möchte auf die 70er Jahre verweisen, in denen wir durch eine hohe Impfquote die Pocken ausgerottet haben, ebenso durch die Schluckimpfung die Kinderlähmung  – oder auch durch die Röntgenreihenuntersuchung die Tuberkulose erfolgreich bekämpft haben.     

Und zum Schluss noch ein Wort zur immer wieder aufflackernden Diskussion über Privilegien für Menschen, die schon geimpft sind – also z.B. bevorzugte Behandlungen bei möglichen Lockerungen im öffentlichen Leben wie Gaststätten, Kinos, Theater usw.

Derzeit ist eine Diskussion darüber aus meiner Sicht überflüssig. Deshalb abschließend ein aktuelles Zitat unserer Sozialsenatorin Melanie Leonard gegenüber Radio Hamburg: „Nach vielen Monaten der Pandemie stehen viele vor den Trümmern der eigenen Existenz. Ich wäre sehr für eine bereitere öffentliche Debatte darüber, was kann ich für andere tun, wo verorte ich mich selber? Ich finde es daher fehl am Platze, über Impfprivilegien zu diskutieren. Irgendwann wird es aber vielleicht Situationen geben, wo man darüber nachdenken muss, ob eine Impfung verpflichtend ist. Zum Beispiel im Bereich der Tagespflege für ältere Menschen.“