Mutzenbecher Villa eröffnet

Heute stand ein ganz besonderer Termin im Wahlkreis an. Die denkmalgeschützte Mutzenbecher Villa wurde nach erfolgreicher Sanierung eröffnet.

Zusammen mit Gabor Gottlieb, Niels Annen und Kultursenator Carsten Brosda

Seit 2018 wurde die Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege vom Verein „Werte erleben“ in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt denkmalgerecht instandgesetzt. An der Sanierung der Villa waren auch Studierende der HafenCity Universität, die vier Hamburger Gewerbeschulen, die Produktionsschule Eimsbüttel und Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Niendorf beteiligt. ​​​​​​​

​​​​​Nun erstrahlt das Denkmal nicht zuletzt dank des Engagements vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer in neuem Glanz. Besonders macht das 1900 erbaute Landhaus heute, dass es nahezu original erhalten ist. Schon jetzt ist die Villa Mutzenbecher ein kultureller und städtebaulich wertvoller Ankerpunkt für den Stadtteil, der der Stadtgesellschaft auch zukünftig für vielfältige Projekte zur Verfügung steht.

Dieses Projekt haben wir von der Politik schon lange intensiv begleitet. Viele Jahre hatten wir vor Ort über die Perspektiven für das historische Gebäude diskutiert und uns 2014 für die Umsetzung des Nutzungskonzeptes des Vereins „Werte erleben“ ausgesprochen. 

Es wird dabei unter anderem nun weiter darum gehen, Jugendliche und insbesondere auch Geflüchtete darin zu unterstützen, in Ausbildung und Arbeit zu kommen. Da auch allgemeinbildende Schulen von den Grundschulen bis zu den Universitäten im Projekt beteiligt sind, wird es in der Villa Raum geben, gemeinsam über zukunftsfähige und nachhaltige Bildung in Hamburg nachzudenken. Als außerschulischer Lernort für die umliegenden Schulen, offener Musikraum für Kinder und Jugendliche oder Ausstellungsraum zur Stadtteilgeschichte wird die Villa Mutzenbecher zu einer Kreativwerkstatt für alle Generationen.

Unser Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, zeigte sich sehr angetan: „Dass wir heute die erfolgreiche Instandsetzung des Denkmals Villa Mutzenbecher und gleichzeitig die Eröffnung eines Ortes für Kultur und soziales Miteinander mitten im Niendorfer Gehege feiern können, haben wir vor allem dem jahrelangen und unermüdlichen Einsatz aller Helferinnen und Helfer zu verdanken, die ihren Beitrag zur Sanierung und innovativen Nachnutzung der Villa geleistet haben. Neben dem Denkmal selbst sind das Besondere an diesem Projekt die Menschen, die es zum Leben erweckt haben. Denkmalschutz kann nur gemeinsam gelingen, und die Villa ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Ich wünsche viel Freude bei der Umsetzung aller zukünftigen Projekte und viele spannende Begegnungen.

Auch Kay Gätgens, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel, war erfreut: „Könnte die Mutzenbecher-Villa sprechen, sie würde heute jubeln vor Freude! Ohne die Vision der ‚Koalition der Entschlossenen‘, die das Projekt beharrlich gestemmt hat, wäre die Villa in dieser Form nicht aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Das Haus wird nicht als bloßes Denkmal im Wald herumstehen, sondern zum Ort des Lernens, Erlebens und der Begegnung.“

Und letztlich sehr stolz war auch der Vorstandsvorsitzende von „Werte erleben“, Andreas Reichel: „Wir haben mit der Villa Mutzenbecher nicht nur ein Denkmal erhalten – wir haben auch einen Ort geschaffen für den generationenübergreifenden Dialog, für Bildungs- und Kulturprojekte, für zivilgesellschaftliches Miteinander. Dies ist ein Ort, an dem wir mit unseren Kooperationspartnerinnen und -partnern über die Gestaltung von Zukunft nachdenken wollen, über Klimafragen, über nachhaltige Entwicklung und nicht zuletzt über Reformen unseres Bildungssystems. Dabei sind uns gerade in diesen Zeiten die Werte Demokratie und Humanität besonders wichtig.“

Geschichtlicher Hintergrund:

Die 1900 erbaute Villa wurde 1905 von Hermann Mutzenbecher, Generaldirektor des Versicherungskonzerns Albingia, gekauft und 1908 bis 1910 vom renommierten Hamburger Architekten Erich Elingius umgebaut. Die Villa ist bis heute ein anschauliches und gut erhaltenes Zeugnis der Entwicklung von Teilen Niendorfs zu einem Hamburger „Landhausvorort“ ab dem 19. Jahrhundert. Das ehemalige Landhaus der Familie Mutzenbecher ist zeittypisch für die villenähnliche Bebauung um das Niendorfer Gehege. Besonders macht das Landhaus heute, dass es nahezu original erhalten ist.