Niemals vergessen – 70 Jahre Arbeitsgemeinschaft Neuengamme

Am 6. Juni 1948 gründeten Überlebende des KZ Neuengamme die „Arbeitsgemeinschaft Neuengamme“ (AGN), darunter auch unser Opa, Herbert Schemmel, der die AGN 23 Jahre – von 1974 bis 1997 – als Vorsitzender leitete. Mit einer Veranstaltung im Curio-Haus wurde der AGN-Gründung in Timmendorf vor 70 Jahren gedacht.

Gedenkstättenleiter Dr. Detlef Garbe blickte in seiner Würdigung auf die wechselvolle Geschichte der Arbeitsgemeinschaft zurück, auf den jahrelangen Kampf der AGN und der Amicale Internationale KZ Neuengamme, für ein würdiges Gedenken in Hamburg und auf die aktuellen Entwicklungen und das Erstarken von Rechtspopulisten und Rechtsextremisten hierzulande und in vielen anderen Ländern der Welt, die ein entschlossenes Handeln aller demokratischen Kräfte dringender denn je erforderlich macht. Dafür braucht es nach wie vor auch eine starke AGN als mahnende Stimme, die im Sinne der ehemaligen Häftlinge mit klarer Haltung und Überzeugung gegen Faschismus und Unrecht eintritt. 

Gedenkstättenleiter Dr. Detlef Garbe bei seiner Festrede. Im Hintergrund ein Bild unserer Großeltern, Ruth und Herbert Schemmel


Mit weiteren Angehörigen – Gerhard Händler, dem Sohn von Jupp Händler, und Schura Bringmann, Sohn von Fritz Bringmann, konnten wir in einem von Ulrike Jensen moderierten Podiumsgespräch Erinnerungen über deren Väter und unseren Großvater austauschen und darüber sprechen, welche Ziele die AGN verfolgen bzw. was sie vermitteln sollte: Die Erinnerung wach und lebendig halten, Freiheit und Demokratie nicht als Selbstverständlichkeit nehmen und in der Gegenwart laut und sichtbar gegen Faschismus, Populismus und Diskriminierung wirken.

Vielen Dank an alle AGN-Mitglieder, dass sie so viel Zeit und Engagement dafür investieren und vielen Dank für diesen Abend und die vielen herzlichen Worte, die über unsere Großeltern und ihre vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden wurden! Niemals vergessen!