Planungen für Unterkunftsstandorte an der Niendorfer Schmiedekoppel

Von 2016 bis Ende 2018 sind auf Flächen an der Niendorfer Schmiedekoppel Unterkünfte betrieben worden, in denen geflüchtete Menschen im Rahmen der sogenannten „Erstaufnahme“ untergebracht werden konnten. Der damalige Betreiber – der ASB – sowie Hilfsinitiativen wie „Wir für Niendorf“ und nachbarschaftliches Umfeld hatten sich sehr um ein gutes und integratives Miteinander bemüht.

Die Flächen wurden nach der Auflösung der Erstaufnahmeeinrichtung weiterhin als Reserveflächen vorgehalten und mussten im vergangenen Jahr wieder in Anspruch genommen werden: Um Corona-gerechte Belegungen über die Stadt zu ermöglichen, wurde auf der sogenannten Pavillonfläche erneut eine vom städtischen Unternehmen „fördern & wohnen“ betriebene Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete eingerichtet. Hinzu kam auf der sogenannte Asphaltfläche ein Standort des Winternotprogramms für wohnungslose Menschen, um die Belegung an bestehenden Standorten – u. a. an der Kollaustraße – zu entzerren.

Fluchtursachen bestehen weiter fort, Kriege und Krisen wie in Afghanistan und zunehmend auch die Klimafolgen als Ursachen sorgen dafür, dass Menschen in Europa Schutz suchen. Hamburg rechnet mit bis zu 250 Geflüchteten monatlich.

In Bezug auf das Winternotprogramm (WNP) ist zudem absehbar, dass der Wegfall der Plätze am Standort Kollaustraße – wo nun erneut geflüchtete Menschen untergebracht werden sollen – für den Winter 2021/2022 trotz neuer Platzkapazitäten im übrigen Stadtgebiet nicht vollständig kompensiert werden kann.

Insofern haben sich die Sozialbehörde und Behörde für Inneres und Sport darauf geeinigt, die Schmiedekoppel 29 letztmalig als Option für die teilweise Nutzung als WNP-Standort mit max. 224 Plätzen vorzusehen. Abhängig von den Temperaturen soll die Unterkunft spätestens ab Ende April 2022 wieder ausschließlich für die Unterbringung von Geflüchteten zur Verfügung stehen. Der WNP-Standort Schmiedekoppel soll aber nachrangig gegenüber anderen WNP-Standorten belegt werden (soweit angesichts möglicher negativer COVID-19-Entwicklungen möglich).

Selbstverständlich muss dann für die geflüchteten Menschen weiterhin soziale Betreuung und Integration gewährleistet werden. Die Bezirksversammlung hat deshalb die beteiligten Behörden insbesondere um eine substanzielle finanzielle Unterstützung des Begegnungszentrums Alte Schule in 2022 gebeten, damit diese ihre wichtige sozialräumliche Arbeit weiterführen kann.

Die Belegungen in der Unterkunft an der Schmiedekoppel sind aber vor allem für die Nachbarschaft auch mit Belastungen verbunden, das haben die Erfahrungen aus dem letzten Winter gezeigt – und auch viele Gespräche, die ich vor Ort geführt habe.

Klar ist auch, dass in Zukunft Anliegen der Nachbarschaft besser und zügiger als bisher behandelt werden müssen. Die Bezirksversammlung hat auch hier im Sinne einer größtmöglichen Transparenz eine aktive und aktuelle Information der anliegenden Bewohnerinnen und Bewohner in einem großen Umkreis hinsichtlich der Planungen für den Standort formuliert. Dazu gehört die weitere Nachbarschaft, aber auch Unternehmen, Kirchengemeinde, Träger der sozialen Infrastruktur, die benachbarten Bildungseinrichtungen sowie der Revierförster in den Stadtteilen Niendorf und Lokstedt.

Die bereitgestellten Informationen sollten u. a. einen Hinweis auf direkte Kontaktmöglichkeiten zur Behörde bzw. Ansprechpartner bei dem möglichen künftigen Träger sowie das Angebot einer Online-Information durch die zuständige Behörde beinhalten.

Bei einem Runden Tisch am 20. Oktober wurde nun mit Vertreterinnen und Vertretern beteiligter Behörden, Nachbarschaft und Akteuren aus dem Stadtteil über die aktuelle Situation, Erfahrungen aus dem letzten Winter, laufende Planungen und Erwartungen diskutiert.

Wir hoffen, dass die zuständigen Stellen die vielen Hinweise und Erwartungen dann in der Zukunft auch wesentlich besser im praktischen Handeln vor Ort umsetzen und bleiben dazu mit allen Beteiligten im regelmäßigen Austausch.

Der Runde Tisch wird auch weiterhin tagen, um die Themen miteinander zu besprechen.

Und hier noch die im Hauptausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel beschlossene Drucksache zur weiteren Planung an der Schmiedekoppel: https://sitzungsdienst-eimsbuettel.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006950