Bürgerbusse für Niendorf-Ost?

Zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Bereich Niendorf-Ost und der Verwaltung diskutieren wir schon länger Ideen und Möglichkeiten für bessere mobile Anbindungen des Gebiets am Flughafenrand. Als örtliche SPD haben wir dazu in den letzten Jahren Diskussionsabende und Workshops veranstaltet, viele Anfragen und Anträge auf den Weg gebracht und uns immer wieder mit Bürgerinnen und Bürgern ausgetauscht.

Im März 2018 wurde im Regionalausschuss Lokstedt ein Bürgerbeteiligungsprozess auf den Weg gebracht, in welchem die konkreten Bedarfe der Menschen vor Ort ermittelt und Perspektiven für eine Verbesserung der Mobilität aufgezeigt werden sollten.

Im September 2018 wurden dann vom Regionalbeauftragten die Ergebnisse der Befragungen u. a. zu den Themen Mobilität, Nahversorgung, Gastronomie, individuelle Lebensqualität vorgestellt.

Häufig sehr positive Aussagen gab es dabei über die direkte Nachbarschaft: Man kennt und hilft sich im Alltag sowie bei Notlagen und es besteht allgemeine eine hohe Zufriedenheit mit der individuellen Wohnqualität.

Zugleich wurde aber festgestellt, dass für eine spezifische Teilgruppe der Bevölkerung die Distanzen zu ÖPNV und Nahversorgung ein erhebliches Problem darstellen. Ein Thema, auf welches wir schon seit längerer Zeit hinweisen.

Gerade für diesen Punkt gilt es nun weiter zu sehen, ob und welche Angebote man für das Quartier entwickeln kann. Konkrete Lebenshilfe für ältere Bürgerinnen und Bürger im Niendorfer Osten würde bspw. ein Mobilitätsangebot darstellen, das das Problem der zum Teil weiten und beschwerlichen Fußwege zu Nahversorgern bzw. Bushaltestellen überbrückt.

Ein mögliches Konzept ist das der Bürgerbusse, das deutschlandweit in unterschiedlichen Formen realisiert worden ist und einen Tür-zu-Tür-Service, ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer sowie staatliche Förderung kombiniert.

Am Montag stellte nun die Agentur Landmobil im Regionalausschuss ihr bundesweit bereits erfolgreich umgesetztes Konzept eines ehrenamtlich betriebenen Bürgerbusses vor. Seit acht Jahren gibt es in der Mehrheit in Flächenländern über 60 Bürgerbusse nach diesem Konzept – mit wachsender Nachfrage.

Der Bürgerbus hat dabei eine starke soziale Komponente, denn der Dienst wird über Ehrenamtliche erbracht, die bspw. auch unterstützende Hilfen beim Besuch des Arztes oder beim Einkaufen leisten.

Das Konzept könnte also genau die Wünsche aufgreifen, die es gerade bei älteren Niendorferinnen und Niendorfern in diesem Quartier gibt und die nicht mehr so mobil sind.

Unsere Kommunalpolitiker wollen sich nun dafür einsetzen, dass das Konzept für das Quartier weiterverfolgt wird.